Einblick No. 8 // Freiwillige

Im Einsatz für das Amateurtheater

Adalbert Meishammer, Georg Mädl, Doreen Thees
Bund Deutscher Amateurtheater e. V. (BDAT)

Für den leidenschaftlichen Theaterbesucher Adalbert Meishammer (68 Jahre) ist das Amateurtheater eine große Bereicherung des Kulturlebens. Der Hochfrequenztechniker im Bereich Entwicklung ist seit 2009 im Ruhestand. Ehrenamtlich engagiert er sich schon lange, bislang vor allem im politischen und sportlichen Bereich - das Theater kannte er lediglich als Zuschauer. Seit Juni 2012 ist er nun als Bundesfreiwilliger für den Theaterverein Rosenheim aktiv. Hier hat er die Aufgabe, das Archiv mit allen vorhandenen Unterlagen zu erfassen und zu digitalisieren. „Meine Motivation ist, eigenständig Lösungen zu finden, die zu einer einfachen und für die Praxis anwendbaren digitalen Bearbeitung von vorhandenen und zukünftigen Theaterstücken führen“, sagt Meishammer. In der Einsatzstelle kann so z. B. auf Broschüren, Plakate, Musikstücke, Darsteller oder Rollenbücher schnell zugegriffen und das Material für zukünftige Produktionen verwendet werden. Damit werden auch die Mitarbeiter entlastet. Derzeit sind 199 Theaterstücke aller Kategorien erfasst. „Sich ehrenamtlich zu engagieren ist für mich auch eine Selbstbestätigung. Ich kann meine Erfahrungen einbringen und mich anderseits auf dem Gebiet der digitalen Archivierung weiterbilden. Zugleich kann ich nun nachvollziehen, welch ein Aufwand bis zur Fertigstellung eines Theaterstückes notwendig ist. Daher gilt mein großer Respekt allen ehrenamtlichen Theaterspielern.“

files/Dokumente und Bilder/Bundesfreiwilligendienst/Einblicke/BI_20130206_Georg Maedl_BDAT.jpg„Spaß am Spiel und Freude in der Gemeinschaft“ – das sind die Zugpferde, die Georg Mädl (32 Jahre) auch zum ehrenamtlichen Einsatz für das Theater motivieren. Als freiberuflicher Schauspieler engagiert er sich zusätzlich seit 13 Jahren in verschiedenen Bereichen des Theaters. Beim „Schauhaufen“ in Kulmbach ist er jetzt im Rahmen seines Freiwilligendienstes als Allrounder eingesetzt und kümmert sich um Regie, Bühnenaufbau, Fundus, Kostüme, die Beschaffung von Requisiten und auch um Pressearbeit. Dabei hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Spielern den Rücken frei zu halten. Entsprechend positiv kommt sein Engagement beim Verein an: „Meine Arbeit und die Erfahrung, die ich einbringe, werden gut angenommen“, freut sich Mädl über die Anerkennung. Warum es sich lohnt, ehrenamtlich zu engagieren, darauf findet Mädl eine klare Antwort: „Ehrenamtlicher Einsatz bedeutet, der Gesellschaft, die einen trägt, etwas zurückzugeben. Das ist ein gutes Gefühl.“

„Ich freue mich, wenn mir die Kinder, mit denen ich arbeite, auf der Straße zuwinken und es gibt mir ein tolles Gefühl, mich für andere Menschen engagieren zu können. Man bekommt so viel mehr zurück, als man gibt“, beschreibt Doreen Thees (41 Jahre) ihre Erfahrungen mit dem Ehrenamt. Vor allem die Wertschätzung ihrer Arbeit sei ein Motor ihres Einsatzes. Gemeinsam etwas zu erschaffen und auf die Bühne zur bringen, Freude am Spielen und in andere Rollen zu schlüpfen, das sind aus ihrer Sicht besondere Qualitäten des Amateurtheaters. Seit 2011 ist die gelernte Mediengestalterin und Zirkuspädagogin freiwillig für das Amateurtheater aktiv. „Zu erleben, welche Bereicherung ein gemeinsames Projekt für die Gruppe darstellt, ist eine großartige Sache. Es ist erstaunlich, welche Veränderungen an jedem Einzelnen zu beobachten sind“, fasst sie ihre Beobachtungen zusammen. Bei ihrer Einsatzstelle, dem Kinder- und Jugendtheater „Tohuwabohu“, unterstützt sie die Leiterin Elke Büchner bei der Büroarbeit und ist für die Organisation und Durchführung von Projekten wie z. B. die „Theaterwerkstatt“ zuständig. Auch das Anlegen eines Archivs, die Begleitung von Nachwuchsschauspielgruppen sowie die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit gehören zum Tätigkeitsspektrum. „Für mich eröffnet dieses freiwillige Engagement auch Perspektiven hinsichtlich meiner beruflichen Zukunft“, zeigt sich Thees zuversichtlich. 

// Seit 2012 bietet der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden und -bühnen die Möglichkeit, sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) Kultur und Bildung im Bereich des Amateurtheaters bundesweit zu engagieren. Die Einsatzbereiche der derzeit 49 Freiwilligen an 41 Einsatzstellen sind vielseitig, und sie reichen vom Engagement im Bereich Regie, Technik, Fundus bis zu verwalterischen Tätigkeiten oder Archivarbeiten.


Quelle: Spiel&Bühne // BDAT // Text: Adalbert Meishammer und Horst Rankl, Vorsitzender des Theatervereins Rosenheim
Februar 2013

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