Einblick No. 14 // Freiwillge

Partizipa... was?

Mal wieder so ein Wort, das in aller Munde ist und in jeder Unterhaltung seinen Platz findet. Manchmal versteckt es sich auch hinter bekannteren Wörtern, wie Beteiligung, Teilhabe, Mitbestimmung, Einbeziehung. Es geht also ums Mitmachen!

Sprecherinnen und Sprecher im FSJ Kultur und BFD Kultur und Bildung

Alle Freiwilligen im FSJ Kultur und auch im BFD Kultur und Bildung sind schon Mitmacher/-innen schlechthin. Alle engagieren sich in öffentlichen und gemeinnützigen Projekten und Institutionen.Stufen der Partizipation

Es geht aber auch immer noch mehr. Um irgendwann oben auf dem Treppchen der Partizipation zu stehen gibt es in vielen Freiwilligendiensten die sogenannten Sprecher/-innen. Das sind selbst Freiwillige, die von anderen Freiwilligen, meist aus derselben Seminargruppe, gewählt wurden. Das läuft ähnlich ab, wie in der Schule bei Klassensprecher/-innen; man vertritt die Seminargruppe gegenüber dem Träger und der Einsatzstellen. Einige von ihnen haben sich Ende Juni zu einem Seminar über Partizipation im FSJ Kultur getroffen.

Zwei der Sprecher/-innen sind Marc und Alexandra aus Berlin und Baden-Württemberg. Sie und ca. 15 weitere Sprecher/-innen im FSJ Kultur aus ganz Deutschland haben sich zwei Tage darüber ausgetaucht, was Partizipation ist und was es bedeutet Sprecher/-in zu sein. Da das FSJ Kultur nur bundesländerweit organisiert ist, sind die Sprecher/-innen ausschließlich für ihre Seminargruppen von ca. 40 Freiwilligen zuständig. Eine Vernetzung der Sprecher/-innen auf Bundesebene gibt es noch nicht.

Anders als im bundesweiten Bundesfreiwilligendienst (BFD). Wie ein Bundessprechendensystem funktioniert, kann Johannes berichten. Er ist Freiwilliger im Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung und einer der 14 Vertreter/-innen für 35.000 Freiwillige im BFD.

// Hier kann man ihn auch sehen: http://bkj.nu/bfdbundessprecherjohannes

Seit fast einem Jahr ist er einer der Bundessprecher/-innen und er steht voll hinter dem System: „Der Gewinn des Sprecher-Systems liegt eindeutig darin, dass alle Beteiligten (auch die Freiwilligen) einen tieferen Einblick in die Strukturen des BFD erhalten können und es somit etwas einfacher ist Probleme anzugehen, da man in engerem Kontakt zu den Verantwortlichen steht.“

Die sieben Bundesprecher/-innen und ihre sieben Vertreter/-innen sind in ganz Deutschland verteilt. Sie kommunizieren viel über eine eigene Facebookgruppe und alle 14 Tage gibt es eine Telefonkonferenz. Darauf haben sie sich bei ihrem ersten Treffen geeinigt. „Wichtig war für uns (da wir immerhin vierzehn Personen aus völlig unterschiedlichen Regionen sind) eine möglichst unkomplizierte und zugleich schnelle Art der Kommunikation zu finden“, erklärt Johannes und gibt sich sehr zufrieden mit der Umsetzung.

// Alle Freiwillige im BDF können mit ihren Vertretern/-innen über diese Emailadresse Kontakt aufnehmen: BFDSprecher@gmail.com

Daran müssten die nächsten Freiwilligen im FSJ Kultur, die Bundessprecher/-innen haben möchten, natürlich auch denken. Wichtiger finden allerdings Alexandra und Marc, dass es überhaupt dazu kommt. „Und dafür braucht es ein gutes Wissensmanagement über die Jahrgänge hinaus“, betont Marc und berichtet von einer Möglichkeit: „Als Sprechende in Berlin hatten wir mal die Idee so eine Art Schatzkiste zu entwickeln. Eine Kiste in die jedes Jahr ein Abschiedsbrief/Willkommensbrief hineinkommt, den in die Kiste legt, den die neuen Sprechenden dann erhalten. So könnte ein kleiner Wissenstransfer funktionieren.“

Mit bundesweiten Vertretern/-innen sei es auch politisch einfacher einen Fuß in die Tür zu bekommen, meint Marc. Es ist wichtig die Meinung der Freiwilligen hinsichtlich realistischerer finanzieller Unterstützung, guter Einsatzstellen und der allgemeinen Wertschätzung zu vertreten. Dieser Form der Partizipation wurde sich im Berliner Seminar zuerst spielerisch genähert. Einige Ergebnisse der kreativen Fotorecherche sind hier zu sehen:

Das Seminar in Berlin hat gezeigt, dass es allen Sprechern/-innen wichtig ist, dass die Vernetzung unter ihnen ausgebaut wird. Sie wollen dafür werben, dass es in allen Bundesländern Sprecher/-innen gibt. Dafür kontaktiert die Gruppe noch in diesem Jahrgang die einzelnen Landesträger und bietet an, Botschafter/-innen zu den ersten Seminaren des neuen Jahrgangs zu schicken, damit die Idee erhalten bleibt. Außerdem sollen, erstmal auch ohne ein System auf Bundesebene, zweimal im Jahr Treffen mit allen Landessprechern/-innen stattfinden.

Für den BFD sieht Johannes die Aufgaben der zukünftigen Bundessprecher/-innen darin, das Sprecher/-innensystem unter den Freiwilligen bekannt zu machen, sich aber auch auf der Ebene der Organisation des BFDs einzumischen: "Wir haben aus unseren bisherigen Erfahrungen gelernt, dass es innerhalb des BFD noch einige Ungereimtheiten gibt, denen es gilt entgegenzuwirken."

 

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Text: jf
Bilder: Sprecher/-innenseminar Juni 2014, Berlin