Einblick No. 7 // Träger

Motto: Engagement / Kultur / Bildung

Bildungstage im Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung
Bund Deutscher Amateurtheater e. V. (BDAT)

Wesentlicher Bestandteil des Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung sind die so genannten Bildungstage, die der BDAT vom 6. – 9. September 2012 in Apolda (Thüringen) veranstaltete. Ziel dieser Tage ist es u. a., das Engagement und Interesse an gesellschaftlichen und kulturellen Prozessen zu fördern und zu stärken. Über seine Eindrücke berichtet Adalbert Meishammer, Freiwilliger beim Theater Rosenheim.

Das erste Bildungsseminar, zu dem der BDAT eingeladen hatte, stand unter dem Motto: „Engagement / Kultur / Bildung“. Die Veranstaltung fand im Hotel am Schloss in Apolda statt und wurde von Sigrid Haase, Sachbearbeiterin für den Bundesfreiwilligendienst Kultur beim BDAT Berlin, bestens organisiert und fachkundig geleitet. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland.

Nach einer Begrüßung der Teilnehmer gab Dana Hieronimus von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) in ihrem Fachbeitrag einen allgemeinen Einblick in den Freiwilligendienst der BKJ. Dabei vermittelte sie auch einen Einblick in die Engagementforschung. Ein Transfer auf den Bundesfreiwilligendienst beim BDAT war allerdings nur bedingt möglich, da bei der BKJ junge Menschen angesprochen werden und damit andere Voraussetzungen und Konditionen im Vergleich zum Engagement älterer Menschen verbunden sind.

Von zentraler Bedeutung waren für die Teilnehmer das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch. Interessant war dabei, welche unterschiedlichen Tätigkeiten die Teilnehmer bei ihren Einsatzstellen ausüben. Neben dem fachlichen Teil bot das Tagungsprogramm am zweiten Tag die Möglichkeit, Sehenswertes in der Umgebung kennen zu lernen, so u. a. die Glockengießerei oder die Museumsbaracke „Olle DDR“ mit einer Dauerausstellung zum Alltag in der ehemaligen DDR. Am Abend stand ein Besuch der örtlichen Theatergruppe Apolda auf dem Programm, die uns sehr herzlich begrüßte und einen Einblick in ihre Arbeit gab, dem ein reger Gedankenaustausch mit den Tagungsteilnehmern folgte. Ein „Highlight“ der Bildungstage bot am 8. September ein Besuch des „amarena“-Preisträgerfestivals mit der Vergabe des Deutschen Amateurtheaterpreis 2012 in Rudolstadt. Zuerst sahen wir die Inszenierung „Hommage an Loriot“ vom Theater Oberschwaben-Bodensee. Ich kann nur sagen: köstlich. Im Anschluss wurden die Bundesfreiwilligen vom Präsidenten des BDAT, Norbert Radermacher, begrüßt, der sich bei den Teilnehmern für ihr Engagement rund um das Amateurtheater herzlich bedankte und auch Geschäftsführerin Irene Ostertag und Bildungsreferent Stephan Schnell vorstellte.

Am Nachmittag erfolgte eine theatralische Führung in der Heidecksburg, das prachtvollste Barockschloss des 18. Jahrhunderts in Thüringen. Einen krönenden Abschluss fand dieser Abend durch unsere Teilnahme an der Gala und Preisverleihung des Deutschen Amateurtheaterpreises im Theater Rudolstadt. Am letzten Tag wurde die Abschlussveranstaltung zur Diskussion und für ein Feedback genutzt. Es gab dabei zahlreiche Fragen und Anregungen für die Gestaltung der zukünftigen Veranstaltungen.

Die Bildungstage in Apolda haben deutlich gemacht, dass die Amateurtheatervereine mit dem Bundesfreiwilligendienst die Möglichkeit bekommen, wertvolle Aufgaben, für die sonst keinerlei Zeit und Personal zur Verfügung steht, umzusetzen. Speziell ältere Teilnehmer können dabei auch ihre Lebenserfahrung und ihr umfangreiches Wissen zur Bereicherung der Theatervereine einbringen.

// Seit 2012 bietet der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden und -bühnen die Möglichkeit, sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) Kultur und Bildung im Bereich des Amateurtheaters bundesweit zu engagieren. Die Einsatzbereiche der derzeit 49 Freiwilligen an 41 Einsatzstellen sind vielseitig, und sie reichen vom Engagement im Bereich Regie, Technik, Fundus bis zu verwalterischen Tätigkeiten oder Archivarbeiten.

Quelle: Spiel&Bühne // BDAT
Februar 2013

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