Einblick No. 9 // Freiwillige

Mehr als freiwillig

Anke // Bundesfreiwilligendienst im „Hamburger Kinderbuchhaus“ // Stadtkultur Hamburg

„Was hast du gesagt? Was bist du?“ Das höre ich oft, wenn ich die Frage beantworte, was ich denn jetzt nach dem Studium mache. Zugegeben, „Bundesfreiwilligendienstleistende“ ist ein ziemlich kompliziertes Wort, vor allem für diejenigen, die es zum ersten Mal hören. Für mich bedeutet es, genau das zu machen, was ich in meinem geisteswissenschaftlichen Studium vermisst habe: Die praktische Kulturarbeit. Denn für mich ist die schönste Kunst die, die uns im Alltag begegnet – nicht im Museum, sondern ganz ohne Sicherheitsabstand in unserem Alltag, zum Beispiel in Bilderbüchern.

In meinem Freiwilligendienst im „Hamburger Kinderbuchhaus“ bin ich ganz nah dran an guten Kinderbüchern und deren Vermittlung. Ob es darum geht, die Ausstellungen der Kinderbuchillustrationen und Texte über Bilder und Künstler zu erarbeiten, Veranstaltungen und Werkstätten vorzubereiten oder bei der Verwaltung zu helfen – hier und jetzt habe ich die Möglichkeit, mich auszuprobieren und herauszufinden, wo ich hin will und welche Wege andere vor mir gegangen sind. Im „Hamburger Kinderbuchhaus“ begegnen sich alle, die sich mit der Buchherstellung und -vermittlung befassen und für gute Geschichten und Bilder begeistern: Künstler, Pädagogen, Wissenschaftler, Kulturmanager und Verlagsleute. Und ich bin mittendrin. Vor allem kann ich aber erst einmal das tun, was mir wirklich am Herzen liegt und helfen, wo nicht viel Geld für feste Mitarbeiter übrig ist. Darum mache ich meine Arbeit mehr als nur „freiwillig“, sondern wirklich gerne.

Zu meiner Person: Geboren wurde ich 1985 in Hamburg, bin hier aufgewachsen und habe hier auch an der Uni studiert (Kunstgeschichte und Deutsche Sprache und Literatur in den Hauptfächern, Magister). Wie man aus den wenigen Fakten schon vermuten kann: Ich liebe Kultur und Künste und auch Hamburg, den gesamten norddeutschen und nordeuropäischen Raum, aber auch andere Länder, Kulturen und Geschichten. Ich habe schon früher einen Großteil meiner Freizeit mit Gemeinde- und Jugendarbeit verbracht (Jugendgruppen, Theater, Jugendfreizeiten geleitet usw.) und mir mit Kunst/Theater/Literatur/Kultur sowohl aktiv als auch passiv die Zeit vertrieben. Mein Bundesfreiwilligendienst hat offiziell im November 2012 begonnen und wir reizen die volle Zeit aus, sprich: wir haben grade bis April 2014 verlängert. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Am liebsten würde ich mich auch in meiner beruflichen Zukunft mit Kulturgeschichte und Künsten beschäftigen, darüber schreiben, formulieren, gestalten, kreativ werden, vielleicht Öffentlichkeitsarbeit betreiben - auf jeden Fall fehlt es mir nicht an Leidenschaft dafür.

Der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung in Hamburg wird unter der Trägerschaft von Stadtkultur Hamburg angeboten. Weitere Informationen zu Stadkultur Hamburg hier.

Text: Anke
Bild: Hamburger Kinderbuchhaus
April 2013

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